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Wichtigkeit der Dinge

Was Gestern noch Überlebenswichtig erschien, kann heute schon als nicht mehr so wichtig erachtet werden.

Warum ist das so? Ist es die Faulheit?

Man setzt sich ein Ziel(oder mehrere) in den Kopf und beginnt daran diese zu verwirklichen. Tage und Wochen arbeitet man darauf hin. In Gedanken als auch im realen Leben, man kassiert etwaige Rückschläge, kommt wieder ein wenig voran.

Doch dann eines Tages, macht man die Augen auf und fragt sich, was man hier eigentlich macht.

Plötzlich verspürt man keine Lust mehr, die Alltäglichkeit dringt wieder zu einem durch. Der Müll muss rausgebracht werden, der Abwasch ist liegengeblieben.

Warum flüchtet man sich urplötzlich wieder in Nebensächlichkeiten?


So sieht man ja immer wieder Menschen die durch pure Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit großes erreicht haben. Andersherum, müssen manche auch garnichts tun.

"Ihr,

die diejenigen mit goldenem Löffel im Mund gebart

und mit kristallenem Sarg verscharrt"


Was ist denn nun richtig? Vielleicht auch, weder richtig noch falsch?

Dann kommen die Esoteriker und sagen:

"Jaaaaa, das hat alles seinen Sinn. Wohlmöglich bist Du noch nicht bereit für das Ziel oder das Ziel nicht für Dich. Es ist alles vorherbestimmt! Das höhere Wissen weiss, was gut für dich ist. Zur richtigen Zeit, werden die richtigen Dinge zu Dir kommen!"


Ach ja?

Demnach müsste ich es mir hier, im Sessel, nur einfach gemütlich machen und warten. Irgendwann wird es an der Tür schellen, die darauf wartet, dass ich sie öffne,

dem ich, gewohnheitsmäßig, nachkommen werde.

Dann steht sie vor mir, die Person und sagt:

"Mensch, Ihre telepathischen Fähigkeiten haben mich SO SEHR beeindruckt, dass ich gekommen bin um Ihnen all ihre Träume zu erfüllen..."


Manchmal wünscht man sich so etwas, manchmal aber auch nicht!


Und schon ploppt wieder ein Esoteriker, mit hoch erhobenem Zeigefinger, in meinem Wohnzimmer hinter der Gardine hervor:

"Moment, Sie müssen sich auch schon bewegen!"


Ich: " ja, ich bewege mich, im Kreis! Reicht das?

Esoteriker: " Nein, Sie müssen sich weiter weg bewegen."

Ich: "Gut, ich gehe Einkaufen, Freunde besuchen, ab und an mal verreisen. Reicht das?"

Esoteriker: "Nein, Sie müssen sich wohl auf ihr Ziel zubewegen!"

Ich: "Ach was?!"


Schon fliegt die Schießbudenfigur hochkant aus meinem Wohnzimmer heraus.

Wo war ich eigentlich stehengeblieben? Richtig, "Wichtigkeit der Dinge".


Die Frage lautet, die noch garnicht gestellt wurde, warum Ziele nach einer gewissen Zeit ihre Wichtigkeit verlieren? Oder andersherum, ihren Reiz an der Wichtigkeit? Nun, bei manchen mag es wohl stimmen, dass das Ziel für die betreffende Person von vorneherein nicht die höchste Priorität genossen hat. Man kann aber daran arbeiten. Zum einen muss man sich schon Fragen, inwiefern das Ziel lohnenswert ist und wirklich das ist, was man will. Andererseits kann man sich auch einfach an seiner Hartnäckigkeit bedienen und zum Zeitpunkt der Erreichung entscheiden, ob und wie dieses Ziel zu werten ist.

Wenn ich von mir ausgehe, und das sollte ich, muss ich gestehen, dass bisher jedes von mir definierte Ziel irgendwann im Verlauf des Weges seine Wichtigkeit verloren hat. Spätestens dann drängt sich einem unablässig die Frage auf: "Das kann aber so nicht stimmen?!"


Ein Lösungsansatz wäre folgender:

Da es sich bei diesem Phänomen wohl um so genannte "Strohfeuer" handelt, die aber in der Häufigkeit ihres Vorkommens, nicht mehr als klassische zu bewerten sind, muss ich meine herangehensweise umstrukturieren.


Dazu eine kleine Exkursion in die Welt der Pfadfinder und diejenigen, die gerne ein "Feuerchen" machen.

Zuallererst braucht man etwas womit man Funken schlagen kann bzw. etwas was stark erhitzt. Da gibt es verschiedene Methoden. Man nehme z.B. ein Feuerstein.

Als nächstes braucht man Zunder. Ein Material was extrem entzündlich ist. Dort reichen schon kleinste Funken, um das Material zum glimmen zu bringen. Wenn man das geschafft hat, versucht man die Glut durch leichtes pusten am Leben zu erhalten und es zu vergrößern, bis es gering lodert. Jetzt fährt man mit leicht brennbaren Materialien wie Stroh, sehr dünne Äste, vielleicht etwas trockenes Blattwerk etc. fort.

Man erhält jetzt ein Strohfeuer! Da dieses aber bald erlöschen sein wird, muss man dieses nun weiter nähren. Dazu benutzt man weitere dünne Äste, langsam immer dicker werdend.

Zum Schluss, wenn das Feuer schon recht heiß und stabil ist, Legt man die Holzscheite bzw. die Großen Holzstücke in das Feuer. Denn jetzt hat es genug Energie, um das große Holz zum brennen zu bringen.

Ab diesem Zeitpunkt kann man das Feuer ruhig vernachlässigen und muss nur noch ab und an nach dem rechten schauen und gegebenenfalls ein Holzstück nachlegen.


Ende der Exkursion.


Angewandt an die obige Fragestellung, warum Ziele ihre Wichtigkeit verlieren, ist die falsche Anwendung des Feuermachens. An irgendeinem Punkt wurde der Vorgang vernachlässigt und das Feuer erlischt. Hiermit mein ich natürlich nicht das echte Feuer, sondern das Feuer der Interesse an einem Ziel.

Aber wie gesagt, wenn das Feuer einmal brennt, dann brennt es!

Selbst wenn das Feuer jetzt ausgehen solllte, weil man es vergessen hat, so steckt noch genug Hitze in der Glut, um recht schnell und ohne größere Mühen das Feuer wieder zum brennen zu bekommen.

Im Klartext: Wenn man schon mal in einem Thema "drin" war und es vernachlässigt, kommt man in der Regel recht schnell wieder rein.

Hier sieht man sehr schön, wie die Gesetzmäßigkeit des Lebens in allen Dingen steckt.

Wer die Welt beobachtet, wird Dinge verstehen. Die Erde lebt nach den Gesetzen der Natur.


Es ist nichts magisches, nichts übernatürliches. Nur ein Gesetz.

Wie der Apfel, gestoßen vom Tisch, auf den Boden fällt,

bedingt durch die Schwerkraft.






Abschließend möchte ich eine offene Frage in den Raum stellen.

(sofern jemand das überhaupt bis hierhin gelesen hat *G* )

Wie sehen andere das?


p.s. Der Inhalt des Textes hat sich etwas von der Überschrit entfernt^^

12.5.11 18:28
 


bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


brains death / Website (13.5.11 23:29)
*hrhr, ja ich hab das tatsächlich alles gelesen, boah das war viel ^^

Wahrlich konnte ich den Text sogar mitverfolgen, glaub ich jedenfalls; diese Art von Gedankengang und das Thema dahinter ist mir bekannt. Du hast es auch wirklich gut geschrieben und die Beispiele fand ich klasse ^^ - und der Vergleich mit dem Pfadfinderfeuer war herrlich :D Metaphern sind immer wieder was Feines.

Also ich hab mich zwar nie als Esoteriker (auf deine Beispiele bezogen) gesehen, kann ich auch nicht, da ich mich nie vollends für eine Seite entscheide (ewige Zweiflerin) - und ich stimme nur teilweise ihre Ansichten zu.


brains death / Website (13.5.11 23:30)
Ich denke das alles seinen Sinn hat soweit (vielleicht denken Menschen das auch nur, um nicht verrückt zu werden) und das man schon irgendwie dahin kommt, wohin man kommen soll. Und ich würde das gerne so verstehen "Auf dem Sofa liegen und auf einen Dschini oder eine Glücksfee warten, Jemand der an der Haustür klingelt und sagt, dass ich ganz viel Geld kriege und fast Nix dafür tun muss" - was weiß ich ^^

Aber ich verstehe es mittlerweile so, dass man einfach nur von irgendwas angetrieben, irgendwas machen soll und das irgendwie alles seinen Lauf darin nehmen wird. Aber (!) es darf nicht irgendwas sein. Es muss etwas sein was aus dem Herzen kommt, was man selber möchte.


brains death / Website (13.5.11 23:30)
Man sollte also die Wege gehen, die man erkennt und die man aus eigenen Gründen wählen will, aus eigenen Gefühlen heraus angetrieben, mit dem eigenen, erfahrenen Urteilsvermögen abgesegnet. Wenn man (so versteh ich das jedenfalls) nämlich nur das tut, was einem das eigene Herz sagt, wird man logisch betrachtet irgendwann auch dort landen, wo das Herz einen hingeführt hat bzw. immer hinführen wollte. Ob das nun was Gutes oder Schlechtes ist, sei mal dahingestellt. Und ich würde gerne was Anderes schreiben als immer nur "Das Herz" :D aber so sagt es sich nunmal am Besten...^^

Ich bin jetzt gerade auch in sovielen Gedankenverstrickungen, dass ich das Thema bald aus den Augen verliere xD Daher beende ich das hier mal.

Beste Grüße;
brains death

(Kommentarfelder nehmen nicht soviel Text, daher die Einteilung^^)


Teppich (14.5.11 02:25)
Danke erstmal für deinen ausführlichen Kommentar :-)
kann ich Dir die Antwort in Buchform schicken ? *g*

Naja, am Anfang war halt dieses Ziel(soviele schon) und dann begibt man sich auf den Weg und alles läuft schief, mit jedem Schritt dem man sich eigentlich nähern will entfernt man sich. Daraus resultiert halt irgendwie so eine Art Resignation woraus dann wieder die Wichtigkeit des Ziels langsam verblasst. Zwar erkenn ich mittlerweile auch den Weg als wichtig an, denn dort trifft man auch auf vieles. Aber das ist letztendlich nicht befriedigend. Andere arbeiten ja auch konkret auf ein Ziel und erreichen es.

Vielleicht sollte man es andersherum versuchen:
Eines Tages sitz ich in meinem goldenem Schloss, mit Milliarden auf dem Konto und sage:"Es war immer mein Ziel Obdachlos und verarmt zu werden, doch dann fing alles an schief zu laufen. XD


BuschuMaster (14.5.11 16:53)
In der Tat ein sehr tiefgründiger Text.. und auch ich habe ihn komplett gelesen.

Bei Hunden wird eine kurze Aufmerksamkeitsspanne mit exorbitanten Trainingsmöglichkeiten quasi ausgenutzt.. soll heißen.
Wenn das Interesse schnell erlischt, muss die Phase wo es vorhanden ausgiebig genutzt werden.
Bei kleineren Projekten könnte dies schon genügen um ein Resultat zu erbringen, dieses Resultat bringt dann wiederum neue Möglichkeiten und somit neues Interesse..^^


Teppich (14.5.11 17:09)
Interessanter Ansatz mit den Hunden.
Aber im Prinzip dasselbe.
Wir meinen das gleiche, denke ich. Demnach ist es richtig.

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